Freitag, 20.03.2015
Wieso finanzieren wir eine Infrastruktur, die uns nicht gehören wird?
Die «S-Bahn Schwitzkasten»-Frage von Stefan Schädler aus Triesen

Das S-Bahn Projekt sieht vor, dass sämtliche Eisenbahninfrastruktur nach dem Bau ins Eigentum der ÖBB übergeht, während nur die neuen Strassen und Radwege dem Land gehören. Stefan Schädler aus Triesen wundert sich darüber.

 

Stefan Schädler: Warum beteiligt sich Liechtenstein an der Finanzierung des ÖBB-Eisenbahnausbaus?

 

Markus Verling: Es handelt sich tatsächlich um einen einmaligen Investitionskostenbeitrag an die ÖBB. Das ist aber nichts Aussergewöhnliches. Auch die Dampfbrücke Schaan – Buchs beispielsweise wurde vom Land mitfinanziert, ohne dass wir jetzt Miteigentümer sind. Zwei Aspekte waren ausschlaggebend für das Beteiligungsmodell. Erstens: Wir investieren in etwas, das uns zwar nicht gehört, aber grossen Nutzen bringt. Zweitens: Ausser der Investition fallen für die umfangreiche Eisenbahninfrastruktur keine laufenden Betriebs- und Unterhaltskosten an. Wir verfügen übrigens auch gar nicht über die Fachkompetenz, die Eisenbahnanlagen zu unterhalten. Dazu müssten wir eigens Strukturen schaffen, was wiederum mit beträchtlichen Kosten verbunden wäre.

 
Stefan Schädler: Und wer garantiert uns, dass die Anlagen auch werterhaltend betrieben und gewartet werden?

 
Markus Verling: Das ist über die neue Konzession klar geregelt. Die ÖBB sind vertraglich dazu verpflichtet. Sie sind ja auch daran interessiert, denn nur intakte Anlagen machen das Angebot attraktiv.

 

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